Ratgeber

Währungssystem Fiatgeld – Was hat es damit auf sich?

Autor: Herbert Behr
Datum: 08/20/2021

Sie finden 10 Euro auf der Straße und haben sofort eine Vorstellung davon, welchen Wert dieser Betrag hat und was und wieviel Sie sich davon kaufen können. Warum ist das so? Sie glauben daran!
Wie funktioniert unser aktuelles Währungssystem?

Währungssystem Fiatgeld
Währungssystem Fiatgeld«Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.»

Es sei getan! Es geschehe! Es werde! – so lautet die deutsche Übersetzung des lateinischen Begriffes „fiat“. Spricht man von Fiatgeld, meint man damit unser aktuelles Währungssystem und somit eine klassische Währung wie Euro oder US-Dollar, also ein staatlich festgelegtes Tausch- und Zahlungsmittel.

Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh. (Quelle: Henry Ford (1863-1947), Gründer der Ford Motor Company)

Fiatgeld auf einen Blick:

  • nationale Währung: Banknoten und Münzen
  • künstlich erschaffenes, ungedecktes Geld
  • basiert lediglich auf Vertrauen gegenüber der Regierung oder Zentralbank
  • kein innerer Wert – Versprechen des Staates und, dass Währung gegen Güter eingetauscht werden kann
  • nicht limitiert – beliebig viel Fiatgeld kann produziert werden

Fiatgeld erklärt:

Fiatgeld wird künstlich erschaffen, es handelt sich dabei um ungedecktes Geld. Der Staat bzw. die Zentralbank erstellt Banknoten und Münzen, denen ein Wert zugeordnet wird. Die Währung wird daraufhin offiziell anerkannt und verspricht der Bevölkerung, dass damit Güter und Dienstleistungen erworben werden können. Dabei ist entscheidend, dass die Nutzer daran glauben, dass die Währung eine Kaufkraft besitzt und einen bestimmten Gegenwert speichert.

Zwei weitere Kriterien sind entscheidend für Fiatgeld: Zum einen ist Fiatgeld nicht limitiert. Theoretisch kann der Staat oder die Zentralbank beliebig viel Geld produzieren, um den Wert und somit die Stabilität der Währung zu regulieren. Zum anderen besitzt Fiatgeld keinen inneren Wert, weshalb es keiner Limitation obliegt. Während Gold und Edelmetalle eine endliche und nicht reproduzierbare Ressource sind, ist der Wert einer Währung rein fiktiv und vom Herausgeber definiert.

Bisher sind alle historisch bekannten Fiat-Geldsysteme gescheitert. Seitens des Staates und den Zentralbanken ist das aktuelle Währungssystem jedoch immer stabil. Aber: Geld aus der Druckerpresse führt nicht zu Wohlstand, sonst wären einige afrikanische Länder wie Simbabwe steinreich und kein Mensch weltweit wäre obdachlos oder müsste Hunger leiden.

Wie funktioniert Fiatgeld?

Fiatgeld ist nicht an reale Sachwerte gekoppelt. Das wiederrum bedeutet, die zuständigen Zentralbanken könnten beliebig viel Geld herstellen lassen, indem sie neue Kredite aufnehmen, also neue Schulden anhäufen. Zahlen die Banken nun alle Kredite zurück, würde das gesamte Geld verschwinden. Allerdings müssen für jeden aufgenommenen Kredit auch Zinsen gezahlt werden, was dazu führt, dass neues Geld und damit neue Schulden verursacht werden, es kommt zu ungedeckter Geldschöpfung. Das dadurch entstandene Geld nennt man auch fiduziarisches Geld.

Die Vor- und Nachteile von Fiatgeld:

Obwohl die Menschen seit einigen Jahrhunderten das Konzept des Fiat-Gelds anwenden, ist es dennoch fragwürdig, ob es die beste Lösung ist. Selbstverständlich gibt es einige sinnvolle Vorteile für die Nutzung des aktuellen Währungssystems.

Vorteile Fiatgeld:

Nachteile Fiatgeld:

Kostengünstig: Die Herstellungskosten für Papiergeld sind deutlich günstiger als die Produktionskosten für Gold- und Silbermünzen.

Keine Rücklagen: Der Wert der Fiat-Währungen beruht ausschließlich auf Vertrauen. Kollabieren Staat und Zentralbank, verliert auch das Papiergeld automatisch an Wert und könnte komplett wertlos werden.

Tauschbarkeit: Das Fiat-Währungssystem erkennt die internationalen Währungen an und erleichtert den Handel und Währungsumtauscht weltweit.

Instabil: Fiatgeld ist nicht höchst volatil (wie z.B. aktuell Kryptowährungen), doch die höchste Stabilität bietet z.B. ein auf Edelmetallen basierendes Währungssystem (Goldstandard).

Flexibilität: Zentralbanken können Kreditversorgung und Geldfluss beeinflussen und können negative Effekte auf die Wirtschaft abfangen.

Inflation: Fiatgeld ist inflationär. Der nicht vorhandene Gegenwert beim Fiatgeld, macht es Zentralbanken möglich, so viel Geld herzustellen, wie nötig. Warum also nicht? Neu hergestellte Mengen Geld führen zur schleichenden Entwertung, sogar Hyperinflation, das Geld verliert seine Kaufkraft (Hyperinflation in Simbabwe in den 2000er Jahren).

Im Vergleich: Fiatgeld vs. Warengeld vs. Kryptowährungen

Wir wissen nun was Fiatgeld ist. Gibt es auch andere Systeme? Wir stellen zwei weitere vor.

Warengeld ist ein Zahlungsmittel mit einem inneren Wert und einem Tauschwert. In diesem Fall kann Warengeld ein Edelmetallbarren, Alkohol oder Schmuck sein. Warengeld sind (lagerfähige) Güter mit denen andere Güter eingetauscht werden können. Da nahezu weltweit Fiatwährungen genutzt werden, spielt Warengeld eine untergeordnete Rolle und kommt z.B. als Zahlungsmittel in Gefängnissen zum Einsatz (z. B. Zigaretten als Tauschwert).

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Etherum sind laut Definition das ideale Fiatgeld. Sie existieren ausschließlich digital und ohne inneren Wert. Kryptowährungen wurden künstlich erschaffen und ziehen (aktuell) Ihren Wert aus dem Glauben an eine zukünftige Digitalwährung. Einige Unternehmen und Händler akzeptieren Kryptowährungen bereits als Zahlungsmittel.

Denken Sie, Ihr Geld ist sicher?

Wie groß ist Ihr Vertrauen in die staatlichen Währungen?

„Geld ist die vielleicht konzentrierteste und zugespitzteste Form und Äußerung des Vertrauens in die gesellschaftlich-staatliche Ordnung.“ Exakt so formulierte es im Jahr 1900 der deutsche Philosoph Georg Simmel. Doch was passiert, wenn die Bevölkerung das Vertrauen in die aktuelle Währung verliert?

Im Jahr 2021 scheint die Skepsis gegenüber dem aktuellen Geldsystem kontinuierlich stärker zu werden. Themen wie Bargeldabschaffung, Inflation und Negativzinsen verunsichern die Bevölkerung und schüren Ängste vor dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft, verstärkt durch die Corona-Epidemie. Staaten und Notenbanken befinden sich in einer selbstverschuldeten Sackgasse.

Ob und wann es eine bedrohliche Finanz- und Wirtschaftskrise gibt, lässt sich nicht eindeutig prophezeien und steht in den Sternen – die Vorzeichen dafür sind aber bereits Realität und sollten nicht unter den Scheffel gekehrt werden.

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Warum?
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Gold ist Geld, alles andere ist Kredit. (Quelle: John Pierpont Morgan (1837-1913), US-Bankier, Architekt des Federal Reserve Systems)
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