Ratgeber

Der digitale Euro – Details, Funktionsweise, Vorteile und Kritik

Autor: Herbert Behr
Datum: 09/03/2021

Im Zuge der Debatte um eine zukünftige Bargeldabschaffung wurde auch die Frage laut: Was gibt es als Äquivalent zum Bargeld? Der digitale Euro. Die Europäische Zentralbank arbeitet aktuell an der Umsetzung und Einführung einer digitalen, europäischen Gesamtwährung – einem digitalen Zentralbankgeld. Fest steht: Der digitale Euro wird kommen. Wie sieht nun die Zukunft der europäischen Währung aus?

Welche Vorteile bringt der Digitaleuro?
Welche Vorteile bringt der Digitaleuro?Der digitale Euro | Golden Gates

Der digitale Euro auf einen Blick:

  • Ergänzendes, digitales Zahlungsmittel im Euro-Raum
  • Bargeld soll weiterhin verfügbar bleiben
  • Schnelle, einfache und sichere Zahlungsmöglichkeit

Der digitale Euro im Detail erklärt:

Im Zeitalter der Digitalisierung sind bereits viele Lebensbereiche von der digitalen Umstellung betroffen oder bereits vollständig digitalisiert. Nun soll auch die Art des Bezahlens diesem Prozess unterliegen.

Der digitale Euro sieht vor, ein schnelles sowie sicheres, kostenloses und akzeptiertes, elektronisches Zahlungsmittel zu sein. Die EZB beabsichtigt, das bestehende Bargeldsystem um die digitale Währung zu ergänzen, jedoch nicht zu ersetzen. Laut EZB steht auch in Zukunft Bargeld im EU-Raum zur Verfügung, der digitale Euro ist nur eine weitere Zahlungsart für die EU-Bürger und Unternehmen.

Die EZB beabsichtigt mit der Einführung des digitalen Euros eine allgemeine Akzeptanz seitens der Bevölkerung für digitale Währungen und Digitalisierung durch den kostenlosen Zugang zu einem verlässlichen und effizienten Zahlungssystem. Weiterhin wird der Schutz der Privatsphäre sowie allgemeine, finanzielle und geldpolitische Stabilität für die Eurozone anvisiert.

Argumente für die Einführung des Digitaleuro:

  • Ergänzung zu Bargeld und Einlagen
  • Synergien mit Zahlungsdienstleistern schaffen
  • Unterstützung zur Digitalisierung der EU-Wirtschaft
  • Sicherer Zugang zu Zentralbankgeld
  • Verhinderung von unregulierten Zahlungslösungen
  • Fremden Digitalwährungen zuvorkommen
„Unsere Arbeit soll sicherstellen, dass Privatpersonen und Unternehmen im digitalen Zeitalter weiterhin Zugang zu der sichersten Form von Geld – dem Zentralbankgeld – haben.“ (Quelle: Christine Lagarde, Präsidentin der EZB)

Wann kommt der digitale Euro?

Aktuell steht noch nicht fest, wann der digitale Euro verfügbar sein wird. Ab Oktober ´21 läuft eine zweijährige Testphase, in der an einer möglichen Umsetzung gearbeitet wird. Dabei stehen einerseits zu meisternde, technische Aspekte im Vordergrund, aber auch Themen wie Datenschutz und Privatsphäre werden behandelt.

Das Projekt prüft, wie die neue digitale Währung Händler und Privatpersonen erreichen könnte, welche marktwirtschaftlichen Hürden genommen werden müssen und wie das EU-Recht dahingehend angepasst werden muss.

Mit Abschluss des Projekts im Jahr 2023 fällt auch die Entscheidung über eine Einführung. Bis dahin soll ermittelt werden, welche Probleme die Technologie mit sich bringt. Danach folgt eine Phase, in der Lösungen für die anfallende Problematiken erarbeitet werden. Banken und Unternehmen sollen das Unterfangen unterstützen.

Anhand dieser Informationen kann man davon ausgehen, dass der digitale Euro definitiv nicht vor 2024 an den Start gehen wird. Die darauffolgende Phase zur Problemlösung wird ebenfalls noch Zeit in Anspruch nehmen, so dass sich die finale Einführung wohl noch bis 2025 oder sogar 2026 hinziehen wird.

Welche Vorteile hat eine digitale Währung in Europa?

Bereits jetzt können Verbraucher digital zahlen, z. B. via Kreditkarte oder Online-Bezahldiensten wie PayPal. Warum also ein digitaler Euro?

Eine Zahlung via App oder Karte bleibt weiterhin eine Transaktion, in der das jeweilige Kreditinstitut involviert ist. Eine digitale Währung würde ohne Bankkonto funktionieren (Wallet) und den Geldbetrag direkt und ohne zeitliche Verzögerung von einen auf den nächsten Nutzer übertragen.

Als wichtigster Vorteil des digitalen Euros wird die schnelle und effiziente Kaufabwicklung angeführt. Das Suchen nach Bargeld sowie das Warten auf das Wechselgeld an Kassen wird damit entfallen, das Einkaufen im Allgemeinen wird zeitsparender. Ein ebenso wichtiger Vorteil in puncto Schnelligkeit: Weltweite Überweisungen in Sekundenschnelle.

Die Coronapandemie hat es den Menschen aufgezeigt, kontaktloses Bezahlen ist hygienischer. Das Bezahlen per Handy oder Karte ist ohnehin auf dem Vormarsch, der digitale Euro würde dies noch verstärken.

Datenschutz als Vorteil? Bei vielen Menschen läuten die Alarmglocken, hören Sie Begriffe wie digitale Währung oder ähnliches. Zu groß ist das Misstrauen in Bezug auf Datenschutz. Laut EZB sollen diese Sorgen jedoch unbegründet sein und bei allen Zahlungsvorgängen keine privaten Daten übermittelt werden. Dies gilt es seitens der EZB noch zu beweisen.

In einer nahezu digitalisierten Welt darf eine starke digitale Währung nicht fehlen. In diesem Bereich könnten beispielsweise die USA sowie China eine Vormachtstellung einnehmen und mit ihren virtuellen Währungen weltweit starken Einfluss nehmen. Europa sollte hier nicht den Anschluss verlieren.

Zu guter Letzt profitieren nicht nur die EU-Bürger, sondern auch die EZB: Die Bargeld-Produktion ist teuer. So ist das Herstellen von Cent-Münzen teurer als deren eigentlicher Wert. Der digitale Euro würde also Kosten sparen, die wiederrum an anderer Stelle verwendet werden könnten.

Kritik am digitalen Euro:

Wo es Vorteile gibt, gibt es auch Nachteile. Der wohl kritischste Punkt wurde bereits (unter Vorteile) genannt: Datenschutz und Privatsphäre. Sind diese Punkte gewährleistet, scheint es möglich, dass ein Großteil der EU-Bürger Vertrauen zur digitalen Währung fassen würde. Bis zu einer finalen Einführung überwiegt aber wohl die Skepsis am vertrauensvollen Umgang mit gewonnen Daten aus einem digitalen Bezahlsystem. Zu groß ist die Angst der Bürger vor Überwachung und mangelnder Anonymität beim Einkaufen.

Auch wenn es das ausgegebene Ziel der EZB ist, den digitalen Euro als Ergänzung zu kommunizieren, wird er doch als Vorbote für die Bargeldabschaffung betrachtet. In Deutschland ist Bargeld äußerst beliebt, auch wenn die Zahlen hierfür rückläufig sind. Auf Grund dieses hohen Vertrauens in Bargeld, setzt sich die Bundesbank für den Erhalt des Bargelds ein.

Ein letzter Kritikpunkt am Digitaleuro könnte das Thema Sicherheit sein. Eine digitale Geldbörse könnte leicht zum Ziel krimineller Machenschaften im Internet werden. Zudem ist eine Digitalwährung abhängig von Faktoren wie Energie und einer Internetverbindung, einhergehend mit einem entsprechenden Sicherheitssystem.

„Bargeld ist geprägte Freiheit, und die geben wir nicht auf.“ (Quelle: Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank)

Fazit zum Digitaleuro:

Der digitale Euro wird kommen, so viel steht wohl fest. Bis die digitale Währung für jeden EU-Bürger nutzbar ist, werden noch 4 bis 6 Jahre vergehen. Das Konzept steht und berücksichtigt einige kritische Punkte. Bis es jedoch zur finalen Einführung kommt, werden sehr wahrscheinlich weitere Kritikpunkte und Bedenken laut werden.

Positiv festzuhalten gilt, dass der digitale Euro das Bargeld nicht abschaffen wird und er – Stand jetzt – eine ergänzende Zahlmethode sein wird. Bargeld ist beliebt und wird es noch bleiben, weil es etwas Greifbares ist, ähnlich wie Gold und Edelmetalle.

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