Ratgeber

Bargeldabschaffung: Wie geht es in Zukunft mit dem Bargeld weiter?

Autor: Nasih Lorenz
Datum: 08/03/2021

Deutsche gelten als Bargeld-Liebhaber. In keinem anderen europäischen Land wird so gern mit Münzen und Scheinen bezahlt, wie in Deutschland. Doch die Corona-Pandemie änderte das Zahlverhalten in Deutschland. Händler und Gaststätten werben mit kontaktlosem Bezahlen. Bezahlen via Karte und Handy befindet sich ohnehin auf dem Vormarsch – die Zeichen verdichten sich: Wird in naher Zukunft das Bargeld abgeschafft?

Bargeldabschaffung - Wird bald nur noch bargeldlos bezahlt?
Bargeldabschaffung - Wird bald nur noch bargeldlos bezahlt?Wird das Bargeld abgeschafft?

Bargeld abschaffen: Kurzer Überblick

  • Obergrenze für Bargeldzahlungen bis 10.000 Euro steht im Raum, seitens der EU-Kommission
  • Bargeldobergrenze bereits EU-Standard z. B. in Frankreich liegt diese bei 1.000 Euro, in Italien bei 999 Euro und in Griechenland bei 500 Euro
  • Bisher gibt es noch kein Limit: in Österreich, Zypern Luxemburg, Slowenien und Deutschland
  • 2021: 60 % aller Transaktionen via Bargeld in Deutschland (74 % im Jahr 2018)
  • Juli ´21: Umsetzung der digitalen Euro-Währung bereits beschlossen
  • Argumente für die Bargeldabschaffung: schnelles, bequemes, hygienisches Bezahlen; Korruption, Geldschmuggel und Kriminalität einschränken

Wird das Bargeld abgeschafft? Kommt sogar ein Bargeldverbot?

2021 und auch 2022 wird das Bargeld noch nicht abgeschafft. Die Bargeldabschaffung bzw. ein Bargeldverbot wird auch nicht von einen Tag auf den anderen Tag geschehen. Allerdings gibt es bereits erste Signale, die ein Ende der Bargeldzahlungen andeuten könnten. Lag der durchschnittliche Bargeldbetrag in deutschen Geldbörsen 2020 noch bei knapp unter 90 Euro, tragen die Deutschen 2021 nur noch knapp unter 75 Euro bei sich – ein Rückgang um 16 %.

Ein erster Schritt wurde mit der Abschaffung des 500 Euro-Scheins durch die Europäische Zentralbank gemacht. Dadurch sollen kriminelle Machenschaften (finanzielle Terrorunterstützung, Geldwäsche, Drogenhandel) erheblich erschwert werden.  Da der 500 Euro-Schein im Alltag eher weniger präsent war, ist der Verlust dieses Scheins ohnehin nicht von großer Bedeutung für die Mehrheit der europäischen Bürger.

In sieben EU-Ländern, darunter Belgien, Irland und Finnland wurden zudem 2015 die 1- und 2-Cent-Münzen abgeschafft, denn deren Herstellung ist schlichtweg zu teuer. Zu zahlende Bargeldbeträge werden auf die nächste Fünf-Cent-Stelle aufgerundet.

Eine Bargeldabschaffung in der EU deutet sich mittlerweile an, die finale Umsetzung wird jedoch noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Als Ersatz hat die EZB bereits den digitalen Euro in der Hinterhand. Ob jedoch auch in naher Zukunft von einem Verbot des Bargelds gesprochen werden kann ist ungewiss. Schweden hat sich als erstes Land weltweit dazu entschieden bis 2030 landesweit das Bargeld abzuschaffen.

Juli 2021: Ersetzt der digitale Euro das Bargeld?

Bei den Überlegungen der europäischen Zentralbank spielt auch die Einführung des digitalen Euros eine Rolle – einer Umsetzung wurde bereits zugestimmt. Im Raum stehen derzeit noch vier oder fünf Jahre bis zur tatsächlichen Einführung. In China wird der digitale -Yuan bereits getestet.

Der digitale Euro soll ein sicheres und ergänzendes Zahlungsmittel werden, er soll das Bargeld also nicht ersetzen. Seit dem Vormarsch der Kryptowährungen scheint sich die EZB um eine alternative, europäische Währung zu bemühen. Allerdings ist der digitale Euro eindeutig von Bitcoin etc. zu unterscheiden. Im Vergleich zu Kryptowährungen wird der digitale Euro eine zentrale, digitale Währung (das genaue Gegenteil von Bitcoin und Co.) sein, die durch die EZB reguliert wird.

Noch scheinen die Interessen seitens Wirtschaft und Privatpersonen zur Nutzung der kommenden digitalen Währung auseinander zu klaffen. In welche Richtung sich die digitale Euro-Währung noch entwickeln und wann diese offiziell verwendet wird, lässt sich – Stand August ´21 – nicht genau prophezeien. Sicher scheint: Der digitale Euro wird kommen.

Blogartikel: Der digital Euro

Pro und Contra: Was würde sich durch die Bargeldabschaffung ändern?

Seit dem frühen 18. Jahrhundert wird in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern mit Bargeld in Form von Münzen und Scheinen bezahlt. Rund 300 Jahre später steht die Abschaffung des Bargelds im Raum und wie jede richtungsweisende Reform, gibt es auch bei diesem Aspekt, Punkte, die dafür und dagegen sprechen.

Pro Bargeldabschaffung Contra Bargeldabschaffung

Kostenfaktor: Bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten sind marginal günstiger als Bargeld (Produktion, Transport, Verwahrung)

Einschränkung der (persönlichen) Freiheit: Weniger Entscheidungsfreiheit bei der Auswahl des Zahlungsmittels

Effizienz: Zahlungen sind schneller getätigt und zudem weniger fehlerbehaftet (keine falschen Rückgeld-Beträge)

Transparenz: Bargeldloses Bezahlen führt zur Nachvollziehbarkeit aller getätigten Zahlungen – entgegenwirken sollen Datenschutzgesetze

Geringere Kriminalität: Ohne Bargeld keine Raubüberfälle

Cyberkriminalität: Verlagerung der Kriminalität in die virtuelle Welt

Wann wird nun das Bargeld in Deutschland abgeschafft?

Die Deutschen lieben Ihr Bargeld. Es wird noch einige Jahre dauern bis die Bargeldabschaffung tatsächlich in den Fokus rückt, trotzdem lassen sich erste richtungsweisende Tendenzen zum bargeldlosen Bezahlen erkennen.

Weitere Maßnahmen, die nach und nach Eintreten könnten:

  1. Abschaffung großer Banknoten
  2. Stetige Verschärfung der Obergrenze für Bargeldzahlungen
  3. Aufhebung der Bargeld-Annahmepflicht
  4. Einführung und Verschärfung der Abhebungs-Beschränkungen
  5. Zusätzliche Gebühren für Bargeldzahlungen

Edelmetalle zum Schutz vor der Bargeldabschaffung

Nahezu die gesamte Menschheitsgeschichte über hinweg, nutzte man physische Objekte als Wert- und Vermögensspeicher. Wird nun das Bargeld abgeschafft, gibt es keine Möglichkeit Geld als Sicherheit in Tresoren oder Schließfächern aufzubewahren.

Anleger benötigen sichere und beständige Sachwerte, wie es sie bei Edelmetallen gibt. Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium stellen einen nahezu sicheren Vermögensschutz dar, mit der Möglichkeit auf Wertsteigerung. Edelmetalle erhalten die Kaufkraft Ihres Vermögens und sind sicher vor dem Einfluss des Staates, der Kreditinstitute und der Inflation.

„Trotz möglicher Bargeldabschaffung sehen wir mittelfristig einen positiven Effekt für unser Unternehmen Golden Gates Edelmetalle. Nach und nach werden die Menschen erkennen, dass physische Edelmetalle als Anlageklasse auch in Zukunft unverzichtbar sein werden – vor allem in Zeiten von Negativzinsen und Anlagenotstand.“ (Herbert Behr, Vorstand Golden Gates Edelmetalle AG)

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