Ratgeber

Vermögen vor Inflation schützen

Autor: Nasih Lorenz
Datum: 03/19/2021

Inflation, Hyperinflation, Inflationsrate: Im Zusammenhang mit finanziellen Themen kursieren diese Begriffe immer häufiger durch die (Online-)Medien und sozialen Netzwerke. Dabei stellt sich für Verbraucher automatisch die Frage: Wie kann ich mein Vermögen vor Inflation schützen? Wir stellen Ihnen eine Methode vor.

Die Inflation befindet sich im März ´22 bei 7,3%.
Die Inflation befindet sich im März ´22 bei 7,3%.Schützen Sie Ihr Geld vor dem Kaufkraftverlust durch die Inflation.
„Denn die bittere Formel „Inflation frisst Kaufkraft“ tritt immer deutlicher zutage. Umso stärker ist die Nachfrage nach Wertspeichern, die alle politischen und wirtschaftlichen Verwerfungen unbeschadet überstehen.“ (Herbert Behr, Vorstand der Golden Gates AG)

Das Wort Inflation bedeutet (Preis-) „Aufblähung“. Steigt die Inflationsrate steigen die Preise für Verbraucher, die Kaufkraft des Geldes verändert sich - konkret heißt das: Energiekosten steigen, Nahrungsmittel werden teurer. 100 Euro bleiben 100 Euro, nur kann durch Inflation weniger gekauft werden.

Inflation kurz und knapp:
Januar 2021: Kaufkraft 100 Euro | Inflationsrate 2,0%  Dezember 2021: Kaufkraft 98 Euro
Januar 2022: Kaufkraft 98 Euro | Inflationsrate 2,0% Dezember 2022: Kaufkraft 96,04 Euro

Die Inflation sorgt also dafür, dass die Kaufkraft des Vermögens kontinuierlich sinkt. Bei gleichbleibender Inflationsrate würde innerhalb von zehn Jahren die Kaufkraft von 100 Euro auf 80,07 Euro sinken.

Historischer Abriss: 1 Ei – 320 Milliarden Mark - Inflation in den 1920`er Jahre

Der Begriff Inflation erinnert in erster Linie an die extreme Geldentwertung vor knapp 100 Jahren. In Folge der finanziellen Kosten (Reparationen, Kriegsanleihen) des 1. Weltkriegs brachte die deutsche Regierung immer mehr Geld in Umlauf, jedoch ohne materielle Gegenwerte. Das Resultat: Preise und Löhne explodierten, der Geldwert sank kontinuierlich.

Ihren Höhepunkt erreichte die Inflation im Jahr 1923. Kostete im Juni 1 Ei noch 800 Mark, kostete das gleiche Produkt Ende des Jahres rund 320 Milliarden Mark. Geld musste gebündelt und in Schubkarren transportiert werden, die Ersparnisse zahlreicher Familien lösten sich in Luft auf.

Das Ende der Hyperinflation markierte die neu geschaffene Währung Rentenmark (Wechselkurs 1:1 Billion) im November 1923. Ab Oktober 1924 folgte die Reichsmark. Infolgedessen stoppte die Inflation schlagartig und die Wirtschaft stabilisierte sich daraufhin rasch - vom „Wunder der Rentenmark“ war die Rede.

Vermögen sichern in der Finanzkrise: Wie bedrohlich ist die Inflation (2021)?

Die offizielle Inflationsrate im Februar 2021 in Deutschland beträgt 1,3%. Dies bedeutet, dass Produkte und Dienstleistungen um rund 1,3% teurer sind als im Jahr zuvor.

Das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Wahrung eines konstanten Preisindexes, der Preisniveaustabilität. Die Geldpolitik der EZB strebt eine Inflationsrate von knapp unter 2% an. Aus Staatsperspektive ist eine Inflation in diesem Bereich sogar erwünscht.

Warum? Staaten können mittels der Inflation Schulden abbauen. Erhöht sich die im Umlauf befindliche Geldmenge, sinkt der reale Wert der Staatsschulden. Zudem zielen geringfügig steigende Preise darauf ab, Unternehmen und Verbraucher zu Käufen zu animieren. Für die Wirtschaft und den Staat ist Inflation das „kleinere Übel“, Deflation hingegen ein Problem.

Deflation, die Verringerung der Geldmenge und damit der Rückgang des Preisniveaus, bedeutet hingegen negative Auswirkungen für die Wirtschaft. In diesem Szenario fallen die Preise, daraufhin geben die Verbraucher weniger Geld aus, die Unternehmensumsätze sinken infolgedessen, die Wirtschaft schrumpft, der Lebensstandard sinkt. Daraus ergibt sich, dass eine geringe Inflation gewünscht ist, Deflation hingegen vermieden werden muss.

Inflationsrate in Deutschland zwischen 2005 und 2021.
Inflationsrate in Deutschland zwischen 2005 und 2021.Die durchschnittliche, offizielle Inflationsrate in Deutschland 2021 beträgt 3,1 %.

Inflationsrate bei 5,3% zum Jahresende 2021 in Deutschland

Im April 2021 machte der Geist der Inflation erneut von sich Rede, die Teuerungsrate stieg in Deutschland auf 2,0% - so hoch wie zuletzt im April 2019. Ergänzend zu dieser Bekanntgabe teilte auch das Statistische Bundesamt mit, dass pflanzliche Erzeugnisse im Preis um 13,9% zum März 2020 gestiegen sind. Getreide (+ 25,2%), Gemüse (+ 13,9%) sowie Salat und Obst (+ 30% / + 28,9%) wurden teurer.

Inflation auf Zehn-Jahres-Hoch: Noch im Laufe des Mai 2021 stieg die Inflation auf 2,5%. Der wichtigste Treiber waren die Energiekosten. Erdöl sowie Gas verteuerten sich um 10% im Vergleich zum Jahr davor. Zudem werden seit Beginn 2021 diese fossilen Brennstoffe mit Kosten von 25 Euro pro Tonne belegt. Finanzexperten begründen den Anstieg der Inflationsrate als Ausgleich für die Preiseinbrüche während der COVID-19-Pandemie.

Seit Juli ´21 steigt die Inflation beständig in Deutschland. So stieg die Teuerungsrate von 3,8% im Juli bis auf 5,2% im November - der höchste Wert seit 29 Jahren. Verbraucher spüren den Anstieg mittlerweile deutlich an der Kasse im Supermarkt, früh beim Bäcker und an der Tankstelle. Im Vergleich mit anderen europäischen Staaten rangiert Deutschland im oberen Mittelfeld. So beträgt z.B. im November ´21 die Inflationsrate in Estland 8,2% und in Spanien 5,6% - Rekordhoch seit 30 Jahren.

Inflationsverlauf in Deutschland:

  • Mai 2021: 2,5%
  • Juni 2021: 2,3%
  • Juli 2021: 3,8%
  • August 2021: 3,9%
  • September 2021: 4,1%
  • Oktober 2021: 4,5%
  • November 2021: 5,2%
  • Dezember 2021: 5,3%
  • Januar 2022: 4,9% ↓
  • Februar 2022: 5,1%
  • März 2022: 7,3% ↑

Die Inflationsrate für das gesamte Jahr 2021 in Deutschland beträgt 3,1%.

Update zur Inflation:
7,3% im März - Keine Normalisierung in 2022 absehbar

Die Prognosen der Wirtschaftsexperten und -analysten von einer durchschnittlichen Inflation von 2,2% in Deutschland hörten sich zunächst optimistisch an. Durch die Normalisierung der weltweiten Lieferengpässe könne die Wirtschaft wieder angekurbelt und so die Inflation gesenkt werden. Ende März 2022 scheint es so, dass die Hoffnung auf einen Rückgang der Inflation zumindest in der ersten Jahreshälfte unrealistisch erscheint.

Inflation auf neuem Rekordhoch seit 1981

Mit 7,3% ist die Inflation in Deutschland so hoch wie seit 1981 nicht mehr. Der Grund damals: die Ölpreiskrise in den 1970er-Jahren. Der Grund heute: der Russland-Ukraine-Krieg.

Seit dem 24.02.2022 läuft die russische Invasion auf ukrainischem Boden. Nur wenige Tage nach Beginn des Kriegs wirken sich bereits erste wirtschaftliche Konsequenzen in europäischen Ländern und weltweit aus. Bereits mit Beginn der Invasion wurden erste Befürchtungen laut, ob die Versorgungsströme stabil bleiben würden.

Der sprunghafte Anstieg um 2,2% (der größte Sprung seit 2021) ist die Folge der gestiegenen Energiepreise. Der Krieg in der Ukraine lässt die Preise für Benzin und Heizöl in die Höhe schnellen, diese Teuerung wirken sich auf die Verbraucher aus. Auch abseits vom Energiesektor sind die Preise z. B. im Supermarkt oder für Industriegüter merkbar angestiegen.

Die coronabedingte wirtschaftlich angespannte Situation aus 2020 und 2021 wird nun nochmals verschärft durch den militärischen Konflikt in der Ukraine. Je nach dem wie lang sich dieser Konflikt noch hinzieht, wird die wirtschaftspolitische Situation weiterhin belastet sein. Aktuell kann von einer weiteren Verschärfung der Situation ausgegangen werden.

Vermögen sichern: Gold als optimaler Inflationsschutz?

Um nun das Vermögen vor dem Verlust der Kaufkraft zu bewahren, setzen Verbraucher vermehrt auf Anlagegüter. Klassische Anlageformen wie Sparbücher sind auf Grund eventuell anfallender Negativzinsen nicht lukrativ.

Klassische Sachwerte wie Edelmetalle bringen einen gewissen Inflationsschutz mit sich. Sehr wichtig ist hierbei eine breit gefächerte Streuung der Anlagen, um das Wertverlustrisiko auf ein Minimum zu reduzieren und möglichst profitable Rendite zu erwirtschaften.

Wertzuwachs beim Gold - So können Sie Ihr Vermögen vor der Inflation schützen

Ein Vermögen von 5.000 Euro hat bei einer Inflation von 2,0% nur noch eine zukünftige Kaufkraft von 4.101,74 Euro nach zehn Jahren.

Werden diese 5.000 Euro nun in Gold, Silber und/oder ausgewählte Technologiemetalle angelegt, ist dieses Geld zwar einem geringen Wertverlustrisiko ausgesetzt, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass sich der Betrag nach einer flexiblen Laufzeit erhöht und definitiv nicht seine Kaufkraft verliert.

Aktuell beträgt der durchschnittliche Wertzuwachs von Gold 9,1%. Auch wenn von 2006 bis 2021 nicht jährlich ein Wertzuwachs (2013: -28.30%!) zu verzeichnen war, würden innerhalb von zehn Jahren beim aktuellen durchschnittlichen Wertzuwachs von 9,1% aus 5.000 Euro 5.455 Euro werden, eine Rendite von 455 Euro (9,1% von 5.000)!

Wertzuwachs von Gold zwischen 2006 und 2021 in US-Dollar.
Wertzuwachs von Gold zwischen 2006 und 2021 in US-Dollar.Der durchschnittliche Wertzuwachs von Gold beträgt +9,1 %.

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